Börsen

Nikkei verliert kräftig

Die Abwärtsbewegung an den weltweiten Börsenplätzen hat auch zu Beginn dieser Woche kein Ende gefunden. Diesem Trend konnte sich auch der japanische Leitindex Nikkei225, der in der Zeit vom 2. September bis 6. September um fast 600 Punkte gesunken ist, nicht entziehen.

Schuld an diesem massiven Rückgang ist in erster Linie die europäische und amerikanische Finanzpolitik, die immer wieder für massive Kursrückgänge verantwortlich sind. Am vergangenen Freitag war darüber hinaus eine Zurückhaltung der Anleger wegen des zu erwartenden US-Amerikanischen Arbeitsmarktsberichts zu erkennen. Da die japanische Wirtschaft stark exportabhängig ist, bedeuten hohe Arbeitslosenzahlen in den USA gleichzeitig eine verhaltene Nachfrage nach japanischer Unterhaltungselektronik und Fahrzeugen. Nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen nach Börsenschluss am Freitag kam es zu Beginn der neuen Börsenwoche erneut zu Kursverlusten.
Am Dienstag sorgte dann die europäische Schuldenkrise erneut für Verunsicherung und für die dritte negative Kursentwicklung in Folge. Meldungen, dass die europäische Zentralbank ihre Geldpolitik lockern könnte und auf diese Weise inflationäre Tendenzen eine weitere Verschärfung der Krise verursachen, wurden von Marktteilnehmern als Gründe für den Kursverfall genannt.
Einer der größten Verlierer im Nikkei225 war in diesem Zusammenhang die Aktie des Elektronik-Konzerns Toshiba, der am Dienstag ein Minus von 5,1 den Handelstag abschloss. Gründe waren neben der anhaltend schwachen Exporte auch Gerüchte um eine mögliche Kapitalerhöhung bei Toshiba.

Größtes Tief des Dax seit 2009

Wieder Tiefpunkt für DAX: 5193 Punkte war das Abschlussergebnis des Dax am 07.09.2011. Das war der niedrigste Wert, der sich seit Sommer 2009 ergab. Seit vier Tagen schließt der Dax jeden Börsentag mit Verlusten ab.

Ursachen
Die Hauptursache für die fallenden Börsenwerte, nicht nur in Deutschland, sind die großen Schuldenprobleme in Europa. Die Händler befürchten, dass Griechenland, die notwendigen Reformen nicht durchhält und andere Staaten, vor allem Italien, weiter an Kreditbonität verlieren. Das Ergebnis aus diesen Sorgen ist, dass Bankenaktien verkauft werden. Die Deutsche Bank hatte die größten Wertverluste hinzunehmen. Das war nicht nur den schlechten Wirtschaftsdaten geschuldet, sondern auch dem Umstand, dass sie einem großen Prozess in den USA entgegen sieht.
Die wirtschaftliche Lage in China ist nicht mehr so gut. Der Arbeitsmarkt in den USA steckt in einer schweren Krise und die Regierungskoalition in Deutschland hat die Wahlen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern verloren. Das sind weitere Ursachen, die sich auf das Dax-Ergebnis auswirkten. Ein weiterer, wenn auch schwacher Faktor als Ursache für den sinkenden Dax-Wert, sind die gesunkenen Auftragseingänge für deutsche Industrieunternehmen.

Gold als Sicherheit
Während die Banken derzeit besonders von Wertverlusten betroffen sind, erlebt Gold weiter einen wertmäßigen Aufschwung. Die Unze Gold lag bei 1900,00 Dollar.

Ausblick
Der Dax erholte sich am 08.09.2011. Er lag jetzt bei 5405,53 Punkten. Ein Grund für die schnelle Erholung soll das Urteil des Bundesverfassungsgerichts sein. Es hatte entschieden, dass der Eurofond zur Rettung von Staaten, deren Kreditwürdigkeit bedroht ist, rechtmäßig ist.

DAX steigt um 200 Punkte

In den letzten Wochen hat der DAX durch die europäische Finanzkrise und die Befürchtungen vor einer anstehenden weltweiten Rezession erheblich verloren. Noch am Dienstag war das Börsenbarometer erneut unter erheblichen Druck geraten.

Hoffnung keimte dann am gestrigen Mittwoch auf, nachdem sich der DAX um 211 Punkte oder etwas mehr als 4 % erholte. Börsenexperten argumentierten in diesem Zusammenhang, dass das vom Verfassungsgericht am gleichen Tag gesprochene Urteil die Finanzmärkte beruhigt habe. Das Bundesverfassungsgericht hatte dabei zu prüfen, ob der Bundestag bei der Verabschiedung des Euro-Rettungsschirms stärkere Mitsprache erhalten sollte und diese Ansicht nicht geteilt. Experten hatten schon im Vorfeld gemutmaßt, dass bei einer anderen Urteilsverkündung zum einen die geplanten Rettungsmaßnahmen für den Euro in Gefahr geraten wären und darüber hinaus diese Urteil auch eine negative Signalwirkung für andere EU-Staaten gehabt hätte.

Darüber hinaus waren die Börsianer durch den überraschend guten Anstieg der deutschen Industrieproduktion von mehr als 4 % in guter Stimmung. Hier waren andere Zahlen erwartet worden und die Werte wurden als Indiz dafür genommen, dass sich die deutsche Wirtschaft weiterhin auf einem soliden Kurs befindet.

Der vulminante Kursanstieg wurde von anderen aber auch als technische Reaktion auf die erheblichen Kursverluste der letzten Wochen gesehen und zusätzlich damit begründet , dass Spekulanten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten im Rahmen der anziehenden Kurse gezwungen waren Positionen zu erwerben, um weitere Verluste durch steigende Kurse zu minimieren.

Groupon bekommt kalte Füße

Das Unternehmen Groupon verkündete im Juni 2011 seinen für Mitte September geplanten Börsengang. Doch noch nicht einmal auf dem Parkett angekommen, bekommt das amerikanische Unternehmen nun kalte Füße. Die Investorenpräsentation wurde kurzfristig abgesagt.

Viele Börsianer spekulieren derzeit über die Hintergründe. Die durch die europäische Schuldenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Märkten werden als Grund hoch gehandelt. Das Unternehmen selbst spricht lediglich von einer Verschiebung. Die geplanten 750 Millionen Dollar Anlegergelder müssen also noch eine Weile warten.

Groupon ist in mehr als 35 Ländern vertreten und hat über 70 Millionen Nutzer. Das Geschäftsmodell basiert auf der Großabnahme von Waren. Groupon bietet ein Produkt oder eine Dienstleistung an und gibt hierauf teilweise enorme Rabatte. Das Unternehmen erhält hierfür eine Provision. Durch die massiven Werbeausgaben für Neukundengewinnung schreibt Groupon derzeit Verluste. Zudem gibt es mittlerweile zahlreiche Nachahmer (beispielsweise DailyDeal), die es dem Rabattgiganten nicht leichter machen.

Beobachter gehen davon aus, dass Groupon noch in diesem Jahr den Schritt auf das Parkett wagt. Das Unternehmen lässt potenzielle Anleger hingegen erst einmal im ungewissen. Da es mittlerweile starke Zweifel an dem Geschäftsmodell gibt, könnten einige Interessenten auch wieder abspringen. Vermehrt hatte es Kritik der Verbraucherzentralen gegeben. Die Rabatte wurde größtenteils als Lockvogelangebote gewertet. Auch die Provisionen von teilweise 50 Prozent erregten Aufmerksamkeit.