Wer ist Online
Wir haben 23 Gäste onlineBesucher
Seitenaufrufe : 549441| Island mit dem Fahrrad 1995 |
|
|
|
| Donnerstag, den 09. August 2007 um 20:52 Uhr | |||
"Wenn Du in die Natur gehst, nimm nichts mit, lass nichts zurück, zerstöre nichts und schlag nichts tot!"
für Sibylle , Andreas und Karin rad-fah-ren <ist> die Kunst , allein, zu zweit oder in Gruppen bergauf und bergab auf zwei Rädern das äußere Gleichgewicht zu halten , um das innere Gleichgewicht zu erfahren . Tomus
VorwortSpuren im Sand Eines Nachts hatte ich einen Traum - mir träumte , daß ich mit dem Herrn am Ufer des Meeres entlanging . Am Himmel flammten Szenen aus meinem Leben auf . Bei jeder Szene entdeckte ich zwei paar Fußabdrücke im Sand - ein paar war von mir , das andere vom Herrn . Als die letzte Szene meines Lebens aufflammte , sah ich mich um nach den Fußspuren im Sand . Ich bemerkte , daß oftmals auf meinem Lebenspfad nur eine Fußspur zu sehen war . Und es fiel mir auf , daß dies immer während der dunkelsten und traurigsten Zeiten meines Lebens geschehen war . Dies bewegte mich sehr , und ich fragte den Herrn , weshalb das so sei : "Herr , als ich mich entschloß Dir , nachzufolgen , versprachst Du mir , meinen ganzen Weg mit mir zu gehen . Nun habe ich aber bemerkt , daß in den schwersten Zeiten meines Lebens nur ein paar Fußabdrücke zu sehen ist . Ich verstehe nicht , warum Du mich allein gelassen hast , als ich dich am allermeisten nötig hatte ." Der Herr antwortete : "Mein teures , liebes Kind , Ich liebe dich und würde dich nie , nie allein gelassen haben während der Zeiten des Leidens und der Anfechtung . Wenn du nur ein Paar Fußabdrücke gesehen hast , so war das deshalb , weil ich dich getragen habe ." Verfasser unbekannt a. VorbereitungWichtig für einen Aufenthalt in Island ist , seine Ausrüstung sorgfältig zusammen zustellen , und die Handhabung dieser Ausrüstung zu trainieren . Insbesondere der Zeltauf- und abbau ist auch unter extremen Bedingungen , wie starkem Regen oder stürmischem Wind , zu beherrschen . Kochen im Zelt wird ebenfalls , wegen des Windes , sehr häufig der Fall sein . Auch dies sollte bei der Zusammenstellung der Ausrüstung bedacht werden . Nicht zu vergessen ist die Tatsache , daß in Island nur in den größeren Ortschaften Fahrradgeschäfte vorhanden sind . Eine Auswahl an erforderlichen Ersatzteilen , sowie entsprechendes Werkzeug , sollte dabei sein . Die wichtigsten Reparaturen sollte man zu Hause am besten einmal üben . Die Isländer sind in der Regel zwar sehr hilfsbereit , bei Autoreparaturen wahre Meister der Improvisation , doch bei Fahrradinstandsetzungen vielfach überfordert . Kein Mensch fährt in Island mit dem Fahrrad außerhalb der Ortschaften herum , schon gar nicht mit großem Gepäck . Die Isländer halten alle für Verrückte , die durch dieses Land ohne PS-starke Allradfahrzeuge fahren . Der Fahrradreisende ist in Island also auf sich oder Gleichgesinnte angewiesen . Konditionell stellt Island schon einige Anforderungen . Das beste Training ist in Deutschland Sommer wie Winter Fahrrad zufahren . Mein Training besteht aus der täglichen Fahrt zur Arbeit bei jedem Wetter . Im Jahr kommen so ca. 6000 Km zusammen . Das hat sich als Islandtraining bestens bewährt . In Island sollte man sich allgemein nach dem Wetter richten . Das zwingt in der Regel zu Umplanungen der vorgesehenen Tour . Tagelang gegen Wind und Regen zu fahren sollte man sich ersparen . Die Reise soll ja Urlaub sein . Man sollte sich also nicht schämen die Linienbusse zu benutzen , um sich Quälereien zu ersparen . Meine Tour in 95 war anfangs ganz anders geplant . Ich wollte eigentlich in das Hochland fahren . Aber der isländische Winter war 94/95 der strengste seit 50 Jahren , und die Schneeschmelze hatte erst spät eingesetzt . Alle Hochlandpisten waren noch gesperrt . So mußte ich also meine Tour komplett umplanen . Bereut habe ich das aber nicht . 1. AnkunftNach der Anspannung am Flughafen ob alles glatt geht , sitze ich im Flugzeug und fühle mich sehr gut . Nach 3 1/2 Stunden Flugzeit landet die Maschine pünktlich auf dem internationalen Flughafen in Keflavik . Am Flughafen wechsle ich gleich etwas Geld und nehme mein Gepäck in Empfang . Gepäck und Fahrrad sind komplett da , und wie es scheint auch in Ordnung . Das ist nicht selbstverständlich , wenn man die Berichte von anderen Radfahrern liest . Da kamen die Bike's ziemlich ramponiert aus dem Flugzeug . Im Flughafengebäude will ich wie vor drei Jahren mein Fahrrad zusammenbauen . Ein andere Biker aus Deutschland hat die gleiche Idee . Aber ein unfreundlicher Isländer macht uns einen Strich durch die Rechnung . Er meint das sei kein Bike-Shop , und wir sollen nach draußen gehen . Ich erwidere das ich gleich fertig sei , aber das interessiert ihn nicht . Daraus zu schließen die Isländer sind unfreundlich ist aber falsch . Leider dreht sich wie auch anderswo auf der Welt alles nur noch ums Geld . Die Pauschalttouristen bringen halt mehr Geld ins Land als die Individual- , Rucksack- und Biketouristen . Der andere Radler aus Deutschland hat keine Luftpumpe dabei. Ich leihe Ihm meine . Er will in drei Wochen einmal rund um die Insel . Da hat er sich meiner Meinung nach etwas zuviel vorgenommen . Mit gutem Rückenwind und auf gut asphaltierter Straße bin ich dann nach Reykjavik zum Stadtflughafen gefahren . Am Stadtflughafen gibt es keine Probleme . Die Isländer sind völlig unkompliziert . Für das Fahrrad muß ich allerdings extra bezahlen . Es braucht aber nicht verpackt zu werden . Dann bin ich mit einer 2-motorigen Fokker (Propellermaschine) nach Akureyri geflogen . Der Flug dauert ca. 40 Minuten . Der Pilot verspricht für Akureyri sehr gutes warmes Wetter . In Reykjavik dagegen ist es etwa 10° C und neblig . Nach etwa der halben Flugzeit reißen die Wolken plötzlich auf und ich sehe Teile des Hochlandes . Sehr viel Schnee liegt dort . Als ich das so sehe glaube ich nicht mehr daran die Hochlandtour machen zu können . 2. AkureyriAkureyri "Die Perle des Nordens" Der erste Besiedler des Gebietes um Akureyri war der aus Irland stammende Helgi der Magere. Sein Wohnsitz soll Kristenes im Tal der Eyjarfjardara gewesen sein . 1.Tag Sonntag, Uhrzeit : 16Uhr, Temp. : 10°C, Luftdruck : 1033 mBar,Höhe über NN : 10 m, Tachostand : 5941Km
In Akureyri ist tatsächlich herrliches Wetter. Es ist 20°C warm und die meisten laufen in kurzen Hosen und Tshirts herum. Dieser Gegensatz zu Reykjavik verdankt Akureyri dem Südföhn der heftig aus dem Süden kommend durch den Fjord weht. Ein Isländer spricht mich an und fragt woher ich komme. Als ich sage, daß ich aus Deutschland komme spricht er in fließendem guten Deutsch weiter . Er erzählt mir, daß erst seit 4 Tagen wärmeres Wetter ist , und der Schnee jetzt richtig schmilzt. Schnee liegt teilweise bis zum Wasser herunter und dokumentiert, daß der Isländer die Wahrheit erzählt. In der warmen Sonne taut es kräftig , und der Fluß der in den Fjord mündet führt Hochwasser . Ich fahre zuerst an eine Tankstelle , um meine Vorräte zu ergänzen . An der Tankstelle fülle ich meine MSR-Flaschen mit Benzin und kaufe am Kiosk 4 Pakete Spaghetti . Es ist 20 Uhr und so schönes Wetter , daß ich beschließe noch ein Stück am Fjord in Richtung Myvatn zu fahren . Plötzlich gibt es einen Verkehrsstau . In Island ein eher seltenes Phänomen . Die Ursache ist einmal Neugier der Menschen am Unglück anderer und ein Bergrutsch . Durch die heftige Schneeschmelze schießt das Wasser regelrecht die Hänge hinunter . Gottseidank hat der Bergrutsch nur ein Nebengebäude des Bauernhofes betroffen , und es ist augenscheinlich nicht viel passiert . Halb über den Fjord habe ich dann ein schönes Übernachtungsplätzchen mit Superblick auf die Mitternachtssonne gefunden . Es ist jetzt 22Uhr30 und Taghell. Einfach faszinierend. Nachdem ich 2 Stunden geschlafen habe ist es nach Mitternacht und immer noch so hell, daß ich bequem lesen oder schreiben kann. Der Wind ist aufgefrischt, und weht mit starken Böen. Die Wiese, auf der ich campiere, ist völlig aufgeweicht. Hoffentlich halten die Heringe das Zelt am Boden. 3.Myvatn2.Tag Montag, Uhrzeit : 5Uhr50, Temp. : 13 C, Luftdruck : 1012 mBar, Höhe über NN : 280m, Tachostand : 6020 Km Fliegen - 1. Insekten , die vorzugsweise in Höhe von Radfahrköpfen herumschwirren . 2.Fortbewegungsweise des Radfahrers nach einer zu schnell genommenen Kurve. Heute morgen weht der Wind noch heftiger als in der Nacht . Aber , für einen Radler wichtig , in der richtigen Richtung . Nach dem Frühstück fahre ich dann zum Godafoss . Mit dem Wind im Rücken und der guten Asphaltstrasse komme ich zügig voran . Die Flüsse und Seen an denen ich vorbeifahre führen Hochwasser. Ein See überschwemmt sogar die Strasse ein wenig . Die Isländer haben damit aber keine Probleme . Die Häuser sind weit genug vom Ufer weggebaut . Nach 32 Kilometern bin ich am Godafoss angekommen . Durch die Schneeschmelze ist der Wasserfall sehr imposant anzusehen . Viele Reisebusse bedeuten viele Touristen , da sehe ich zu , daß ich weiterkomme . Als Fotomodell möchte ich nicht unbedingt herhalten . Ein Passanstieg steht mir bevor . Das Asphaltband verkommt zur Schotterpiste . Nur für die Touristen hält man die Strasse von Akureyri zum Godafoss in gutem Zustand . Nach dem Überwinden der 10%-igen Steigung gönne ich mir eine Mittagspause . Das Wetter ist gut , und ich fühle mich pudelwohl so faul in der Sonne zu liegen . Hinter meinem Windschutz , bestehend aus Fahrrad und Folie , koche ich mir ein Süppchen . Mit Blick auf die verschneiten Berge ringsum schmeckts doppelt so gut . In Laugar , einem winzigen Ort , gibt es eine Post , und so rufe ich zu Hause an . Vorbei an einem stellenweise noch zugefrorenen See geht es zum Myvatn (Mückensee) . Auf dem Campingplatz in Skutustadir mache ich für heute Schluß . Später treffen 2 Schweizer , Mathias und Rocher ein , die wie ich mit dem Fahrrad unterwegs sind . Sie fahren von Akureyri in die gleiche Richtung wie ich . Sie erzählen in Akureyri haben sie gehört , daß dieser Winter der Härteste seit 50 Jahren in Island war . Später am Abend , so gegen 22 Uhr , treffen sich 2 Isländer und spielen Basketball . Bedingt durch die hellen Nächte im Sommer verschiebt sich wohl der Lebensrythmus . 4. Dunkle LavaburgenIsland - ideales Radfahrgebiet für Masochisten 3.Tag Dienstag, Uhrzeit : 21Uhr, Temp. : 13 C, Luftdruck : 996 mBar, Höhe über NN : 280m, Tachostand : 6091Km Heute habe ich Geburtstag . Nach dem Kaffeetrinken habe ich 11 Postkarten an die Lieben daheim geschrieben . Ohne belastendes Gepäck bin ich mit dem Fahrrad zu den dunklen Lavaburgen Dimmuborgir gebikt . Davor mußte ich einige Kilometer über eine scheußlich weiche Schotterpiste fahren . Dimmuborgir ist eine eindrucksvolle Lavalandschaft . Sehr schön angelegte Wege mit Hinweisschildern erleichtern das Wandern . So kann ich spazierengehen ohne befürchten zu müssen das ich mich verlaufe . Bin zu einem Lavagebilde gewandert das aussieht wie eine kleine Kirche und von den Isländern auch so benannt ist "Kirkja" . Am Nachmittag nach der Rückkehr von den Dimmuborgir bin ich durch die Pseudokraterlandschaft am Campingplatz gewandert . Dabei hat der Mückensee seinem Namen alle Ehre gemacht . Von hunderten Kriebelmücken bin ich überfallen worden . Die Kleidung wurde von den Insektenleibern schwarz . Zum Glück stechen diese Mücken nicht . Sie haben aber die unangenehme Eigenschaft überall hinzukriechen . Zurück auf dem Campingplatz bin ich dann mit Michael und Ute ins Gespräch gekommen . Sie sind mit einem Tandem und Hänger auf Hochzeitsreise durch Island . Michael erzählt mir von den Stürmen in der Nähe des Hochlandes die sie gezwungen haben in Schutzhütten Unterschlupf zu suchen . Ute ist froh nach einer Woche endlich mal wieder duschen zu können . Beide erzählen mir dann von Ihren Kanutouren durch Kanada im Yukon Territorium . 5. LavalandschaftenBerg - lästige Landschaftsausbuchtung , die meist die unangenehme Eigenschaft aufweist , daß die Straße nicht um sie herum , sondern über sie hinwegführt . 4.Tag Mittwoch, Uhrzeit : 8Uhr, Temp. : 17 C, Luftdruck : 1000 mBar, Höhe über NN: 280m, Tachostand: 6114 Km
Über die fürchterliche Schotterpiste bin ich dann mit Gepäck bis Reykjahlid gefahren und habe die Badegrotte gesucht die im Reiseführer beschrieben ist . Nach einigem suchen habe ich sie dann gefunden . Neben der Strasse verläuft in paralleler Richtung eine Spalte . Die Isländer haben zwei Holztreppen gebaut über die man auf den Grund der Spalte steigt . Durch einen Felsspalt gelange ich dann mithilfe eines Seiles in das glasklare etwa 30°C warme Wasser . Kein Mensch weit und breit . So genieße ich allein das wunderbare Vergnügen in einer warmen Badegrotte zu schwimmen . So wie in Landmannalaugar ist alles naturbelassen . Kein Beton keine Verbotsschilder . Am liebsten würde ich hierbleiben . Aber das Wetter ist so schön , und die Sonne scheint sehr warm . Es ist windstill . Jetzt erheben sich Kathedralen von Myriaden Mücken in die Lüfte . Alles ist erfüllt vom summen der Mückenschwärme . Die Luft flimmert vor Hitze . Ich fahre weiter in Richtung der großen Spalte . Hier ist ein Wasserrohr eingebaut und durchgeschnitten. So kann ich die Wanderung der Kontinentalplatten sehen. Jedes Jahr wird Island ein paar Zentimeter größer. Mit einem Fuß stehe ich in Amerika und mit dem anderen in Europa. Dann komme ich an die eindrucksvolle große Spalte . Die Erde ist wie mit einem überdimensionalen Pflug aufgebrochen . Große Schollen liegen rechts und links der Spalte . Hier ist auch eine Grotte . Bis vor einigen Jahren konnte man hier auch baden . Aber die Wassertemperatur hat sich leider verändert . Sie beträgt etwa 60°C . Schade ! . Schönes Wetter in Island muß ich nutzen und so fahre ich weiter . Nach der heftigen 10% Steigung und anschließenden 12%igen Gefälle erreiche ich die Solfatarenfelder von Namaskard . Namaskard ist ein relativ großes Gebiet mit blubbernden Schlammlöchern und zischenden Kaminen . Die Wege sind markiert , so daß ich nicht fürchten muß in die heiße Erde einzubrechen . Das kam früher schon mal vor . Vor den großen Schlammlöchern sind begehbare Holzstege angelegt . Überhaupt gewinne ich den Eindruck das die Isländer viel Anstrengungen unternommen haben die touristische Infrastruktur zu verbessern . Das hat zur Folge , daß die Wildheit und Ursprünglichkeit der Landschaft etwas verloren geht . Für die Isländer ist aber eine weitere Einnahmequelle aus dem Tourismus unerläßlich . Da es erst Mittag ist beschließe ich das Erdwärmekraftwerk an der Krafla zu besuchen . Hinter dem Kraftwerk lasse ich mein Fahrrad stehen . Den Steilanstieg zum Leihjnukur bewältige ich lieber zu Fuß . Auf einer großen Schneefläche die man queren muß treffe ich die Schweizer Mathias und Roger wieder . Wir lästern gemeinsam über eine französische Touristengruppe die auf einer Modenschau besser aufgehoben wäre als in Island . Wir haben uns wirklich köstlich amüsiert , als eine Dame mit Stöckelschuhen über das Schneefeld stakste wie der Storch im Salat . Am Leihjnukur sehe ich einen großen Schlammpfuhl der so vor sich hinblubbert . Der Gegensatz zwischen dem weißen Schnee und der pechschwarzen jungen Lava ist atemberaubend . Nachdem die Touristengruppen weg sind , sitze ich auf einer Lavaplatte und genieße die Stille und schöne Aussicht.
6. HochlandeindrückeCrossrad - Landrover des kleinen Mannes 5.Tag Donnerstag, Uhrzeit : 6Uhr, Temp. : 10 C, Luftdruck : 982 mBar, Höhe über NN: 370m, Tachostand : 6187 Km 6.Tag Freitag, Uhrzeit : 9Uhr, Temp. : 10 C, Luftdruck : 944 mBar, Höhe über NN: 600m, Tachostand : 6263 Km
Heute morgen um 7 Uhr ist es windstill , die Sonne scheint und es ist warm . Doch das isländische Wetter zeigt jetzt seine Verwandlungskünste . Innerhalb von wenigen Stunden ändert sich das Wetter ins Gegenteil . Dicke Wolken ziehen heran und es wird empfindlich kühl . Die beiden Schweizer haben bei strömenden Regen ihr Zelt eingepackt und sind weitergefahren . Ich bleibe erst einmal hier . Irgendwann wird der Regen schon mal aufhören . Am Spätnachmittag hört der Regen auf und ich packe und fahre weiter . Bei der Passabfahrt treffe ich ein radelndes Pärchen vermutlich Engländer . Die Frau hat sehr schmale Rennreifen aufgezogen . Sie hätte sich über die isländischen Strassenverhältnisse besser informieren sollen . Beide kommen den steilen Anstieg schiebend hinaufgekeucht . Ich warne sie bei dem Sauwetter nicht in die Berge hinein zufahren . Aber sie wollen weiter . Im Talgrund gibt es ein Kaffi mit Namen Dallakaffi . Dort bin ich eingekehrt und habe erst einmal telefoniert . Das Kaffi ist innen sehr gemütlich , und guten Kaffee gibt es auch . Die sehr nette Isländerin stellt mir einfach eine ganze Thermoskanne davon hin . Danach bringt Sie mir ihr Gästebuch . In diesem lese ich von leckeren Waffeln und so bestelle ich mir welche . Meinen Vorkostern muß ich recht geben . So gute Waffeln , ganz frisch gemacht , habe ich selten gegessen . Die Waffeln werden warm mit Marmelade und köstlicher Sahne serviert . Die Isländerin sagt , daß das Kaffi normalerweise eine Schule für 6-10 jährige Kinder sei . Dann prüft sie den Inhalt der Thermoskanne , und schickt sich an noch eine zu machen . Da bremse ich sie , denn 2 Kannen Kaffee das hält das stärkste Herz nicht aus . 7. Nationalfeiertagextrem - Alles , was die eigene Leistungsfähigkeit übersteigt ; insofern eine eher abschätzige Bemerkung . Wird man dagegen selbst als "extrem" bezeichnet , gilt dies als bewundernde Anerkennung . 7.Tag Samstag, Uhrzeit : 9Uhr, Temp. : 14 C, Luftdruck : 994 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6328 Km 8.Tag Sonntag, Uhrzeit : 9Uhr, Temp. : 12 C, Luftdruck : 1001 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6328 Km 8. In den Ostfjorden9.Tag Montag, Uhrzeit : 7Uhr, Temp. : 8 C, Luftdruck : 1005 mBar, Höhe über NN: 40m, Tachostand : 6432 Km 9. GletscheraussichtenDer Gletscher war so gewaltig groß , daß er näher zu sein schien , als er es in Wirklichkeit war , doch ein paar gigantische Eisbrocken , die einst die zerissene Steilwand heruntergebrochen waren , lagen knapp einen halben Kilometer entfernt zuhauf . Die Stimme der mächtigen Eiswand in der Nähe grollte , knarrte und ächzte . Die gewaltige , majestetische, ungeheure Ausdehnung des Eises türmte sich bis zum Himmel und bedeckte das Land , soweit das Auge reichte , von einer Seite bis zur anderen . 10.Tag Dienstag, Uhrzeit : 8Uhr, Temp. : 14 C, Luftdruck : 997 mBar, Höhe über NN : 20m, Tachostand: 6530Km Die Landschaft ist unbeschreiblich schön. Schaue ich nach rechts sehe ich die gewaltigen Eisabflüsse, schaue ich nach links komme ich mir vor als wäre ich an der Nordsee, schaue ich geradeaus so bin ich in der Wüste. Die Eisabflüsse des Vatnajökulls gehen bis auf Meeresniveau herunter. In früheren Zeiten haben sie große Mengen an Geschiebe mitgebracht das so aussieht wie Geröll und Sanddünen. Am Meer selbst weiden auf Grünflächen Schafe und das gibt dem Land den Charakter einer Nordseemarschlandschaft. Ich sitze dem höchsten Berg Islands dem Hvannadalsnukur in herrlichem Sonnenschein gegenüber und lasse die Seele baumeln. Leicht bewölkt und im Windschatten ist die Sonneneinstrahlung so hoch, daß ich zu schwitzen anfange. Der Gletscher vor mir , der Breidarmerjökull , füllt den ganzen Horizont aus . Als ich weiterfahre tauchen aus der Geröllwüste Eisberge auf . Ich glaube zu träumen . Wahrscheinlich foppen mich die Elfen und Trolle . Island verwirrt die Sinne hatte ich irgendwo mal gelesen . Dem ist nicht so . Der Breidamerjökull kalbt in eine Gletscherlagune , die Jökullsarlon . Die Lagune ist übersäht von Eisbergen aller denkbaren Formen . Wenn sie genügend abgeschmolzen sind werden sie von einer starken Strömung ins Meer getrieben . In der Lagune schwimmen Seehunde und Seevögel gehen auf die Jagt . An der Touristenhütte trinke ich Kaffee und esse ein Stück Kuchen . Sehr gemütlich im Windschatten in der Sonne zu sitzen immer mit Blick auf Islands höchsten Berg , dem Hvannadalsnukur . Am Meer nicht weit von der Lagune entfernt beobachte ich die Eisberge die vom Meer an den Strand zurückgeworfen werden . Wie Edelsteine liegen die Eisberge am Strand verteilt . Niedlich den Seehunden zu zusehen , wie sie spielerisch in der starken Strömung und Brandung schwimmen . Welche Highlights kann es noch in Island geben denke ich mir , da kann doch nicht mehr viel übrigbleiben . Weit gefehlt , nach anstrengender Fahrt teilweise gegen den Wind bin ich dann im Nationalpark Skaftafell angekommen . Ich muß sagen die Fahrt hierher hat sich gelohnt. Skaftafell ist eine Oase am Rande einer großen Sand- und Geröllwüste . Große Sanderflächen , die durch Gletscherläufe entstanden , bedecken das Land vom Rand der Gletscher bis zum Meer . Ca.120 Km Tagesetappe liegen heute hinter mir . Das ist auch meine physische Grenze . Meine Beinmuskulatur schmerzt , die letzten Kilometer waren sehr hart . Doch der Campingplatz liegt am Rande eines Birkenwäldchens und ist sehr schön angelegt . Vögel zwitschern die Sonne scheint , das hebt die Stimmung und läßt die Anstrengungen schnell vergessen . Im übrigen werde ich jetzt das Fahrrad stehenlassen , um die Schönheit der Landschaft zu Fuß zu entdecken . 10. Skaftafell Nationalpark11.Tag Mittwoch, Uhrzeit : 19Uhr, Temp. : 12 C, Luftdruck : 1010 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6655Km
Unglaublich welche Leute sich hier so einfinden . Ein Kanadier will 4 Wochen unterwegs sein . Wir fachsimpeln ein wenig über Fahrräder und Fahrradtechnik . Er findet meine Brems Schalteinheit gut . Außerdem ist er überrascht , daß ich mit einem Trecking und nicht mit einem Montainbike unterwegs bin . Bei herrlichsten Sonnenschein um 8 Uhr habe ich draußen gefrühstückt ; der Tag beginnt ja toll . Nach dem Frühstück habe ich dann einen Ostdeutschen aus Thüringen getroffen . Wärend des längeren Gesprächs stellte sich heraus , daß er in Dreieich lebt und in Frankfurt arbeitet . Wie klein doch die Welt ist . Zusammen unternehmen wir eine mehrstündige Wanderung zum Nydrihnaukur . Von dort genießen wir einen wunderbaren Ausblick auf die atemberaubende Gletscherwelt . Gegen Mittag kann man sehen wie schnell sich hier das Wetter ändert . Auf dem Rückweg fängt es an zu regnen und wird empfindlich kalt . Gut , daß ich Handschuhe und Ohrenschützer dabei habe . Nach dem langen Marsch kaufe ich im Kiosk mein Mittagessen ein . Es gibt als Vorspeise Lachs , dann folgen Malaysische Hühnersuppe mit Shrimps und zur Spülung ein isländisches Bier . Der Ostdeutsche hat auf dem Campingplatz in Reykjavik den legendären Schweizer "Almöhi" getroffen . Der Schweizer kommt seit etwa 25 Jahren regelmäßig nach Island um seinen Sommerurlaub hier zu verbringen . Mittlerweile ranken sich einige Legenden um Ihn . Man sieht ihn hin und wieder mit einen alten gelben Schweizer Postrad . Das ist recht schwer (ca.30 Kg) und hat nur 3 Gänge . Aber häufiger ist er als Wanderbursche zu Fuß unterwegs und kennt sich recht gut aus auf Island . Jetzt am Abend regnet es sehr stark . Leicher Südostwind treibt die Wolken gegen die Berge , sie stauen sich und es regnet .
12.Tag Donnerstag, Uhrzeit : 8Uhr, Temp. : 13 C, Luftdruck : 1010 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6655Km 13.Tag Freitag, Uhrzeit : 18Uhr, Temp. : 15 C, Luftdruck : 1019 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6655Km 11. Zurück zur FamilieEndspurt - Letztes Aufflackern der Lebensgeister vor dem endgültigen Abschlaffen . Die Motivation ist beim zivilen und sportlichen Radfahrer die gleiche : Endlich Schluß mit der Quälerei ! 14.Tag Samstag, Uhrzeit : 7Uhr, Temp. : 12 C, Luftdruck : 1021 mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6655Km 15.Tag Sonntag, Uhrzeit: 8Uhr, Temp.: C, Luftdruck: 1030mBar, Höhe über NN: 80m, Tachostand : 6660Km Mehr Fotos in höherer Auflösung als DIA Show finden Sie hier weiter....-> Quellenangabe: Alle Bilder sind vom Autor sofern nicht anders gekennzeichnet Schrifttum: Kamera: Olympus analog
|
|||
| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 18. Oktober 2008 um 16:37 Uhr |
Translate


















































