Für den EU-Schuldensünder Portugal wird es zunehmend immer schwerer, frisches Geld zu niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt einzusammeln. Portugal zählt zu einen der ärmsten Mitgliedsländer in Westeuropa, welches die Lage bei den Gläubigern und internationalen Geldgebern nicht gerade verbessert. Sehr viele Gläubiger und Investoren haben die erfolgreichen Sanierungsbemühngen des Staatshaushaltes noch nicht im ausreichenden Maße gewürdigt.
Um überhaupt weiter Geld für die zukünftigen Staatsfinanzen beschaffen zu können, muss der Finanzminister von Portugal relativ hohe Zinsen zahlen. Desweiteren kommt erschwerend hinzu, das die Ratingagentur Moody´s die Staatsanleihen Portugals abermals herabgesetzt hat. Dies ist ein Teufelskreis für Portugal, da die die langfristige Finanzierbarkeit der Schulden durch die hohen Zinsen beeinträchtigt wird.
Bereits im Mai 2011 unterzeichnete Portugal und der Internationale Währungsfond ein Hilfsabkommen, um günstiger an neue Kredite zu kommen. Das Portugal auf einem guten Weg zur Sanierung seiner Staatsfinanzen ist, bescheinigten im August überraschend mehrere internationale Geldgeber.
Natürlich bekommt Portugal das Hilfspaket (welches 78 Milliarden Euro umfasst) nur, wenn bestimmte Bedingungen durch die Regierung erfüllt werden. So soll das Haushaltsdefizit von 9,1 Prozent auf bis zu 5,9 sinken. Das ehrgeizige Ziel des Finanzministeriums ist es, dass Defizit bis 2015 auf 0,5 Prozent zu senken. Dieses harte Sparprogramm soll vor allem durch Privatisierungen, die Entschuldung des Bankensektors, durch anheben von Steuern und durch die Kürzung von Renten und Gehältern im öffentlichen Sektor erreicht werden.

