Wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) am Dienstag mitteilte, sind die Auftragseingänge deutscher Unternehmen im Juli um 2,2 % gegenüber dem Vormonat gesunken.
Während von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte im Vorfeld einen Anstieg von 0,4 % erwartet hatten, zeigen sich andere Experten, wie beispielsweise Ralph Solveen von der Commerzbank, nicht überrascht. Der Rückgang der Aufträge sei allein auf ein Minus beim Fahrzeugbau zurückzuführen. Damit würden die aktuellen Zahlen nichts am allgemeinen Aufwärtstrend ändern, erklärte Solveen. Er rechnet für August wieder mit einem kräftigen Anstieg der Auftragslage.
Alexander Koch, Ökonom bei der UniCredit führt den deutlichen Rückgang auf ungewöhnlich starke Bestellungen im Vormonat, unter anderem bei Airbus, zurück. Obwohl er grundsätzlich eine weiterhin intakte Nachfrage erwartet, weist er gleichzeitig darauf hin, dass die ungewöhnlich starke Nachfrage der letzten Monate auf Dauer nicht haltbar sei. Der Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer kommentiert die Lage ähnlich, der Aufschwung insgesamt sei kurzfristig nicht gefährdet, die Dynamik der vergangenen Monate hat jedoch, seiner Meinung nach, zur Jahresmitte den Höhepunkt überschritten.
Während die Aufträge aus dem Inland lediglich um 0,3 % geringer ausfielen, gingen die Auftragseingänge aus dem Ausland um 3,7 % gegenüber dem Vormonat zurück. Mit einem Minus von 5,5 % verbuchten die Hersteller von Investitionsgütern die größten Rückgänge bei der Auftragslage.

