Die Schweizer Notenbank hat einen mutigen und unkonventionellen Schritt gewagt: Um den Höhenflug der eigenen Währung zu bremsen, legte die Schweizerische Nationalbank (SNB) vergangenen Dienstag einen Mindestkurs für den Euro fest. Mit unbeschränkten Devisenkäufen soll der Kurs von 1,20 Franken für 1 Euro sichergestellt werden, nachdem Anfang August der Franken nahezu einen 1:1 Wechselkurs mit dem Euro erreichte.
Durch die Schuldenkrise der Euro-Länder und der Finanzkrise in den USA waren zuletzt immer mehr verunsicherte Anleger in den Franken geflüchtet. Angeheizt wurde diese Spirale noch durch Spekulanten, die auf weiteren Kurszuwachs wetteten und Eurokredite aufnahmen um sie so erworbenen Franken dann mit Gewinn zu verkaufen.
Dieser sich zu immer neuen Höhen aufschraubende Franken wurde zur Bedrohung für die heimische Exportwirtschaft, deren Produkte sich dadurch im Ausland verteuerten. Ausländische Touristen müssen in der ohnehin schon als teuer geltenden Schweiz noch mehr für ihren Urlaub hinlegen und Schweizer aus den Grenzgebieten fuhren zum Einkaufen in die billigen Nachbarländer und schadeten so dem heimischen Einzelhandel, auf den der Preisdruck wuchs. Eine deflationäre Entwicklung begann sich abzuzeichnen, welche zur einer vorsichtigen, abwartenden Haltung in der Bevölkerung führen kann.
Die SNB hatte bereits versucht, die Währung mit Devisen-Termin-Geschäften und einer Ausweitung der Geldmenge zu schwächen, der Erfolg war aber nicht ausreichend um den Franken von seinem Höhenflug zu holen. Die weitere Erhöhung der Geldmenge durch die Aufkäufe birgt jedoch auch das Risiko der Inflation.

